Leipzig (energate) – Skeleton Technologies hat in Leipzig seine neue Fabrik für Superkondensatoren eröffnet. Das deutsch-estnische Unternehmen hat insgesamt 220 Mio. Euro in die Produktionsstätte investiert, die sogenannte „SuperFactory“ soll jährlich bis zu zwölf Mio. Zellen herstellen. Das gab Skeleton Technologies bekannt. Zusätzlich sei die Wertschöpfungskette aufgrund einer patentierten Technologie vollkommen europäisch. So kämen die Superkondensatoren ohne Lithium, Kobalt, Mangan oder andere kritische Rohstoffe aus. Die in Zusammenarbeit mit Siemens entstandene Fabrik liefert ihre Produkte inzwischen unter anderem an Siemens, General Electric und Hitachi Energy.
Spitzenlasten abfangen
Der große Anteil von Erneuerbaren sorge für Schwankungen im Stromnetz, während mehr KI-Rechenzentren zwangsläufig den Stromverbrauch steigen ließen. Deshalb sind Superkondensatoren als schnell reagierende Speichertechnologie entscheidend, so das Unternehmen. Superkondensatoren können kurzfristig große Mengen Energie speichern und bereitstellen, ohne dabei an Lebensdauer einzubüßen. Deshalb eignen sie sich gut für das Abfangen von Spitzenlasten. „Unser Ziel ist es, die Versorgungssicherheit im europäischen Stromnetz zu gewährleisten“, sagte Skeleton-CEO Taavi Madiberk. Der Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel 2025 habe die Anfälligkeit der Netze aufgezeigt. Einem Expertenbericht der europäischen Organisation der Übertragungsnetzbetreiber gingen dem Blackout starke Spannungsschwankungen voraus.
Die Skeleton-Energiespeichersysteme kämen bereits bei deutschen Übertragungsnetzbetreiber im Bereich Netzstabilität zum Einsatz. Betreiber von KI-Rechenzentren können mit dem System ihren Gesamtstromverbrauch laut Skeleton-Angaben um bis zu 44 Prozent senken. Die Fabrik in Leipzig soll außerdem den Aufbau von Infrastruktur und Wertschöpfung in Europa fördern, so der CEO. /sr


