Essen/Dortmund (energate) – Der Einstieg des US-Vermögensverwalters Apollo Global Management bei Amprion ist offiziell vollzogen. Der neue Geldgeber hat die vor knapp drei Monaten offiziell zugesagte Finanzspritze in Höhe von 3,2 Mrd. Euro bereits gezahlt und ist nunmehr Mitgesellschafter eines neu gegründeten Gemeinschaftsunternehmens mit dem RWE-Konzern. „Damit ist die langfristige Finanzierung der Investitionen von Amprion in den Ausbau des deutschen Stromübertragungsnetzes gesichert“, hieß es aus der RWE-Zentrale in Essen. Demnach floss der Milliardenbetrag nicht direkt an den zweitgrößten Übertragungsnetzbetreiber Amprion mit Sitz in Dortmund, sondern an RWE.
Vereinbart ist, diese Mittel in den kommenden zehn Jahren für den Netzausbaubedarf von Amprion aufzuwenden. Auch in dem deutsch-US-amerikanischen Gemeinschaftsunternehmen, das jetzt anstelle von RWE allein 25,1 Prozent aller Anteile von Amprion hält, sind die Essener der tonangebende Gesellschafter. Bevor diese Transaktion zustande kam, war lange darüber spekuliert worden, ob RWE sich gänzlich von seiner Übertragungsnetzbeteiligung verabschieden würde. Hintergrund des Investoreneinstiegs ist der immense Kapitalbedarf, dem sich alle vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland ausgesetzt sehen. Amprion beispielsweise plant mit 36 Mrd. Euro Investitionsbudget bis 2029.
Kapitalbedarf bringt ÜNBs mit neuen Geldgebern zusammen
Vor diesem Hintergrund hatte es unlängst einige Bewegungen in der Gesellschafterstruktur der einzelnen ÜNBs gegeben. Bei Tennet beispielsweise ist ein internationales Investorenkonsortium eingestiegen, dem die deutsche Bundesregierung über die KfW-Bank alsbald folgen will. Die belgische 50-Hertz-Mutter Elia holte ebenfalls mehrere finanzstarke Vermögensverwalter ins Boot, darunter Blackrock. Bei der EnBW-Beteiligung Transnet BW ist indes bereits seit 2023 ein 30-köpfiger Zusammenschluss aus regionalen Banken und Sparkassen im Gesellschafterkreis. /pa


