Bonn (energate) – Die Bundesnetzagentur bemüht sich um mehr Verbrauchertransparenz bei dynamischen Stromtarifen. Auf der Datenplattform „SMARD“ bietet die Behörde nun eine Modellrechnung zu den Kosten eines solchen Tarifs an. Das Angebot soll eine „realitätsnahe und nachvollziehbare Darstellung typischer Kostenverläufe dynamischer Tarife“ liefern, heißt es in einer Mitteilung der Netzagentur. Zudem soll der Vergleich von unterschiedlichen Tarifmodellen einfacher werden. Der Vergleich zu Fixpreistarifen zeige, dass sich dynamische Tarife häufig lohnten, resümiert die Behörde. So lägen die dynamischen Preise für das laufende Jahr seit April durchgehend unter den Fixpreistarifen. Grund seien die oft niedrigen Spotmarktpreise in Zeiten hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien.
Für die Modellierung greift das Smard-Datenteam der BNetzA auf die Spotmarktpreise zurück und bringt sie in Verbindung mit einem normalen Verbrauchsverhalten von Endkunden. Mögliche Einspareffekte durch die Verschiebung von Stromverbräuchen sind demnach nicht mitberücksichtigt. Seit Anfang des Jahres sind Stromlieferanten verpflichtet, neben klassischen Produkten auch mindestens einen dynamischen Stromtarif anzubieten, der sich an den Spotmarktpreisen im Börsenhandel orientiert. Genaue Daten, wie verbreitet solche Angebote im Markt inzwischen sind, liegen nicht vor. Marktschätzungen gehen davon aus, dass etwa 1 Mio. Stromkunden einen dynamischen Tarif abgeschlossen haben, wobei nicht alle diese Tarife auf „echten“ Börsenpreissignalen beruhen. /rb


