München (energate) – Die Sanierung der strauchelnden Baywa kommt besser voran als bislang kalkuliert. Die bilanzwirksamen Positiveffekte aus dem laufenden Spar- und Restrukturierungsprogramm liegen über den hauseigenen Plänen, teilte der Münchner Mischkonzern mit. „Bislang wurden ergebniswirksame Transformationsmaßnahmen mit einem Ebitda-Effekt in Höhe von nahezu 120 Mio. Euro umgesetzt“, resümiert das Management. Damit liege das Effizienzprogramm 36 Prozent über den eigenen Zielwerten für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres.
Erzielt haben die Münchner diese Fortschritte demnach im Wesentlichen durch Abverkäufe von Geschäftsfähigkeiten und Beteiligungen sowie Standortschließungen. Das Effizienzprogramm ist Teil eines „StaRUG“-Verfahrens, das der Konzern gegenwärtig durchläuft. Dabei handelt es sich um eine gerichtlich begleitete Alternative zu einer Insolvenz in Eigenregie. Ursprünglich hatten die Münchner 2027 als Zieljahr für die Sanierung angestrebt, gegenwärtig sieht das Finanzierungskonzept zu der Restrukturierung 2028 vor.
Ertragslage nach neun Monaten im Jahr 2025 noch unklar
Anlass der Wasserstandsmeldung zum Sanierungsfortschritt ist der Quartalsbericht für die ersten neun Monate des laufenden Jahres. Dieser fällt aktuell allerdings deutlich schmaler aus als üblich. Zurzeit sieht sich das Baywa-Management gezwungen, Teile des Projektgeschäfts der Erneuerbaren-Sparte Baywa Re neu zu bewerten. Weil dieser Prozess noch läuft, informiert der Mutterkonzern des Erneuerbaren-Projektierers in seiner aktuellen Quartalsmitteilung weitestgehend nur über Umsätze, nicht aber über die Ertragslage.
US-Politik könnte Abschreibungsbedarf treiben
Besagte Neubewertung des Projektgeschäfts der Baywa Re bezieht sich auf die US-Aktivitäten des Unternehmens. Weil die Regierung Donald Trumps ein Subventionsprogramm der Vorgängerregierung abschaffte, steht für Projektierer wie Baywa Re zusätzlicher Abschreibungsbedarf im Raum. Vor diesem Hintergrund hatte der Mutterkonzern unlängst auch die Prognose für das laufende Gesamtjahr zurückgezogen. Auch ohne diese mögliche zusätzliche Belastung ist die Finanzlage der Baywa Re desaströs. Den bis Ende 2024 aus Abschreibungen bei der Erneuerbaren-Sparte entstandenen Verlust bezifferte Baywa auf 1,4 Mrd. Euro. Die als Joint Venture geführte Baywa Re durchläuft ein eigenständiges Sanierungsverfahren. Zum Restrukturierungsplan der Baywa AG gehört, dass die Mehrheitsbeteiligung an dem Erneuerbaren-Projektierer verkauft werden soll. /pa


