Hamburg (energate) – Ein neues Ranking zeigt die Zukunftsfähigkeit der zehn umsatzstärksten Energiemarken Deutschlands auf. Dabei stehen Eon und Vattenfall an der Spitze, während N-Ergie und die Stadtwerke München die hinteren Plätze belegen. Der sogenannte Brand IQ analysiert, wie gut Marken strategisch aufgestellt sind. Die Studie stammt von der Markenagentur Mutabor und der Sales- und Marketingoptimierer The Relevance Group (TRG) und zeigt an, wie stimmig, konsistent und zukunftsfähig Marken geführt werden.
Der Brand IQ funktioniert wie ein Intelligenztest für Marken. Auf einer Skala von 0 bis 160 misst er, wie strategisch, konsistent und innovationsorientiert Marken geführt werden. 100 Punkte markieren den Branchendurchschnitt, Werte darüber signalisieren vorausschauende Markenarbeit, Werte unter 70 deutlichen Handlungsbedarf. Dabei richtet die erste Ausgabe den Blick auf den deutschen Energiesektor.
Ein Blick in die Methodik
Der Index stützt sich ausschließlich auf externe Wahrnehmung und öffentlich zugängliche Informationen. Die Analyse kombiniert dafür quantitative Daten, KI-gestützte Auswertung großer Marken-Assets sowie Design- und Kommunikationsexpertise. Anhand von acht Dimensionen werden anschließend Punkte vergeben: Sichtbarkeit der Strategie, strategischer Fit zu Branchenthemen, Kohärenz der Corporate Identity, Designqualität, digitale Sichtbarkeit & Media Impact, Award-Auszeichnungen, Digital Readiness, KI-Nutzung & GEO-Performance. Laut TRG entsteht dadurch ein Bild dessen, was Kunden im Kontakt mit einer Marke erleben.
Dadurch soll der Brand IQ eine datenbasierte Grundlage liefern, um Markenführung gezielt weiterzuentwickeln. „Moderne Markenführung muss intelligent sein, um relevant zu bleiben und sich zugleich wettbewerbs- und zukunftsfähig aufzustellen“, sagt TRG-CEO Andreas Hannemann.
Digitale Sichtbarkeit bringt Eon an die Spitze vor Vattenfall und EnBW
Die Branche zeige insgesamt ein waches, aber nicht vollständig geladenes Bild, heißt es in einer Mitteilung. Keine der untersuchten Marken erreicht die höchste Kategorie eines „sehr hohen“ Brand IQ von 131 Punkten oder mehr. Jedoch erzielten die etablierten Unternehmen ordentliche bis gute Werte. So lagen die drei großen Versorger Eon (117 Punkte), Vattenfall (108) und EnBW (106) über dem Branchendurchschnitt von 100 und bildeten die Benchmark.
Eon schnitt vor allem in den vier Dimensionen Corporate-Identity-Kohärenz, Awards, Digital Readiness und KI-Sichtbarkeit sehr gut ab. Vattenfall überzeugte hingegen mit konsistenter Strategie und starker Kommunikation rund um die fossilfreie Zukunft. EnBW punktete mit Designqualität und einer ausgeprägten digitalen Markenperformance.
Mittelfeld kämpft mit KI, untere Ränge sind digital abgehängt
Im Mittelfeld bewegten sich hingegen EWE (82), MVV Energie (73), RWE (72) und Enercity (71). Ihre Markenführung beschrieben die Studienautoren als solide, aber mit erkennbaren Ausbaupotenzialen. Diese liegen insbesondere bei digitaler Sichtbarkeit und gestalterischer Schärfung. EWE zeige zudem Schwächen bei Awards und Corporate Identity, während RWE mit Schwächen bei strategischer Sichtbarkeit und Fit zu Branchenthemen kämpfe.
Am unteren Ende dieser Energiemarken-Top-Ten stehen Uniper (58), N-Ergie (51) und Stadtwerke München (SWM, 50). Laut Studie schöpfen sie vor allem bei Designqualität, digitaler Präsenz und KI-Nutzung deutlich weniger aus als möglich. Die Marke N-Ergie beschreibt das Ranking als „veraltet und digital abgehängt“, während die SWM es verfehle, auf Marktanforderungen konsistent und zeitgemäß zu reagieren.
Challenger Brands rütteln am Markt
Abseits der Top Ten macht die Studie auf eine zweite Bewegung aufmerksam. So gibt es „Challenger Brands“ wie Octopus Energy, Tibber oder die EnBW-Marke Yello. Diese Marken erzielen hohe Werte in strategischer Positionierung und Digital Readiness. „Sie treffen den Nerv der Zeit und könnten bald zu echten Gamechangern werden“, heißt es von den Studienmachern.
Der Brand IQ erscheint künftig vierteljährlich, jeweils mit neuem Branchenfokus. Die nächste Ausgabe ist für März 2026 angekündigt. /hp
Die vollständige Studie können Sie sich hier ansehen.


