Frankfurt am Main (energate) – Die Investmentgesellschaft Prime Capital übernimmt von polnisch-deutschen Projektierer WBS Power das Vorhaben „Jupiter“. Dabei handelt es sich um eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von bis zu 150 MW und ein Batteriespeichersystem (BESS) mit einer Leistung von 500 MW sowie einer Kapazität von 2.000 MW. Zusätzlich wollen die beiden Geschäftspartner am Standort – ein ehemaliger Militärflugplatz in Brandenburg – im Rahmen eines Joint-Ventures ein Hyperscale-Rechenzentrum entwickeln. Dieses könnte eine Kapazität von bis zu 500 MW erreichen.
Alleine für die Energieinfrastruktur plant Prime Capital ein Invest von 500 Mio. Euro. Der Bau soll Ende 2026 oder Anfang 2027 starten. 2028 solle das Projekt fertiggestellt sein, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit. Unklar sei noch, wer die Anlage künftig operativ betreiben werde. Klar ist hingegen: Sowohl das BESS- als auch die PV-Komponenten werden über einen gemeinsamen Netzanschluss in die 380-kV-Höchstspannungsleitung des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz einspeisen. Eine Zusage für den Netzanschluss liege bereits vor. Damit der Netzanschluss zügig erfolgen kann, setze Capital Partners bei der Beschaffung kritischer Infrastrukturkomponenten wie Transformatoren auf Beschleunigung. Der Prozess für deren Bestellung werde noch vor Erreichen der Baureife starten. Ziel sei es, die entsprechenden Verträge „zeitnah“ zu unterschreiben, erläuterte eine Sprecherin gegenüber energate.
Mathias Bimberg, Leiter der Infrastruktur bei Prime Capital, zeigte sich begeistert von dem Projekt: „Diese Übernahme stärkt die kritische Infrastruktur des Landes, indem sie erneuerbare Energie und digitale Kapazität in bisher unerreichter Größenordnung kombiniert.“
Berlin/Brandenburg neuer Rechenzentrums-Hotspot
Die Region Berlin/Brandenburg entwickelt sich laut Bitkom derzeit zum zweiten großen Standort für Rechenzentrum nach dem Großraum Frankfurt. Vorteile hat Berlin unter anderem durch die große internationale Bekanntheit, Brandenburg durch hohe Flächenverfügbarkeit. Insbesondere Stromnetz Berlin sieht sich daher mit vielen Netzanschlussbegehren konfrontiert. Das Unternehmen hat seine Anschlussvergabe daher mittlerweile vom First-come-first-serve-Prinzip auf das sogenannte Repartierungsverfahren umgestellt. Das Spannungsfeld zwischen Netzbetreibern und Rechenzentrumsentwicklern war auch Thema beim energate Forum Ende November. /sd


