Münster (energate) – Die laufende Transformation der kommunalen Energieinfrastruktur beschert dem Tiefbau absehbar Hochkonjunktur. Die Stadtwerke Münster in Nordrhein-Westfalen reihen sich jetzt in die Riege der Kommunalversorger ein, die sich durch Zukäufe entsprechende Handwerkskapazitäten sichern. Dazu haben die Stadtwerke die Mehrheit aller Anteile des Handwerksbetriebs Arthur Bogatzki & Sohn übernommen. Das Familienunternehmen mit 66 Beschäftigten werde in der neuen Eigentümerstruktur fortan ausschließlich für die Netzgesellschaften der Stadtwerke Münster aktiv sein, teilte der Versorger mit.
Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter Arthur Bogatzki Junior bleibt mit 49 Prozent aller Anteile gewichtiger Gesellschafter und soll zugleich auch weiter in der Geschäftsführung aktiv bleiben. Den Schritt, die Alleineignerschaft aufzugeben, ging er, um „nach 30 Jahren in der Geschäftsführung eine Nachfolgeregelung zu finden“, die die Arbeitsplätze im Betrieb sichert, erklärte er.
Fortsetzung einer langen Partnerschaft
Die Stadtwerke und den 1934 gegründeten Familienbetrieb aus dem Süden der Stadt verbindet ohnedies eine langjährige Geschäftsbeziehung rund um den Ausbau und die Ertüchtigung der Energie- und Wärmenetze der Stadt, die somit fortgeführt werden soll. Die Stadtwerke verstehen ihre neue Mehrheitsbeteiligung dezidiert als Teil der Energiewende-Strategie ihrer Kommune, wie Stadtwerke-CEO Sebastian Jurczyk betonte.
Es ist bereits die zweite derartige Transaktion des Versorgers innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit. Vor gut einem Jahr sicherten sich die Stadtwerke bereits 51 Prozent des Rohr- und Tiefbauers Seck, der ebenfalls aus der Region stammt. Diese Tochter beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme rund 80 Mitarbeitende.
Netzausbaubedarf treibt Beteiligungen und Übernahmen
Sehr viele Verteilnetzbetreiber gehen bundesweit ähnlich vor. So geschehen beispielsweise in Bochum, Dortmund, Herne oder Nürnberg. Gleiches gilt für die Eon-Tochter Süwag, die Rhenag in Köln oder Enni aus Moers. All diese Unternehmen reagieren auf den massiven Investitionsbedarf zur Ertüchtigung der Netzinfrastruktur für die Energiewende. Allein die Stadtwerke Münster planen für ihr Netzgebiet mit einem Budget in Höhe von 400 Mio. Euro bis 2030. /pa


