Fredericia (energate) – Die deutsche Nordsee ist um einen fertiggestellten Offshore-Windpark reicher. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit auf See speist Borkum Riffgrund 3 erstmals Strom ins Netz ein. Das teilte der dänische Bauherr und Mehrheitseigner Ørsted mit. Vollständig in Betrieb sein sollen die 83 Windräder mit zusammen 913 MW demnach im ersten Quartal des kommenden Jahres. Dann wird der 53 Kilometer vor der Insel Borkum gelegene Offshore-Windpark vor allem der Industrie und der Digitalwirtschaft als Ökostromlieferant dienen.
Dazu schloss Ørsted im Vorfeld eine Reihe von Corporate PPAs ab. Zu den Abnehmern dieser Stromlieferverträge mit Laufzeiten zwischen zehn und 25 Jahren zählen die Digitalriesen Amazon und Google, die Chemiekonzerne BASF und Covestro sowie der Lebensmittelhändler Rewe. Überdies veräußerte Ørsted die Hälfte aller Anteile an ein Investorenkonsortium unter Führung des US-amerikanischen Vermögensverwalters Glennmont, das ebenfalls Strom bezieht.
Der Stromanschluss des 72 Quadratkilometer umfassenden Offshore-Windparks ist eine Besonderheit. Die Windräder sind über eine 66-kV-Verbindung direkt an die Offshore-Konverterplattform „DolWin epsilon“ von Tennet angeschlossen, was ein Umspannwerk einspart. Eine weitere Besonderheit von Borkum Riffgrund 3 ist, dass der Nordsee-Windpark zu den ersten Projekten gehört, die in der Flächenauktion zu einem 0-Cent-Gebot bezuschlagt worden waren. Sobald der Windpark vollständig in Betrieb ist, wächst Ørsteds Portfolio an laufenden Offshore-Windparks in deutschen Gewässern auf 2,5 GW. Das Portfolio besteht dann aus den Windparks Borkum Riffgrund 1, 2 und 3 sowie Gode Wind 1, 2 und 3.
Zubaufortschritt auch beim „Baltic Hub“ in der Ostsee
Fortschritte macht der Windkraftausbau in deutschen Gewässern auch in der Ostsee. Die spanische Iberdrola meldet den Start der nächsten Bauphase des 315-MW-Vorhabens Windanker. Auf die Errichtung der 21 Fundamente werde ab Januar die Verkabelung des Windparks folgen, kündigten die Spanier an. Die Inbetriebnahme ist nach wie vor für Ende 2026 vorgesehen. Zusammen mit den beiden anderen Ostsee-Windparks Wikinger und Baltic Eagle bildet Windanker dann den sogenannten „Baltic Hub“ mit insgesamt 1.100 MW. Zu den Stromkunden, die sich über PPAs bereits Kontingente von Windanker gesichert haben, zählt der Telekommunikationskonzern O2. Bereits seit 2024 ist der japanische Kansai-Konzern gewichtiger Mitgesellschafter von Windanker mit 49 Prozent aller Anteile. Die Mehrheit hält Iberdrola. /pa


